Ratgeber · Planung & Technik · Lesezeit ca. 5 Min.
Nasenschild & Ausleger: So planen Sie Werbung quer zur Fassade
Flache Fassadenwerbung wirkt am besten von gegenüber. In belebten Einkaufsstraßen, Fußgängerzonen und Altstadtgassen gehen die meisten Menschen jedoch parallel zur Hauswand – und sehen ein flaches Schild erst, wenn sie fast davorstehen. Genau hier spielt ein Nasenschild seine Stärken aus. Wir zeigen, worauf es bei Bauform, Genehmigung, Befestigung und Beleuchtung ankommt.
Was ist ein Nasenschild – und wann lohnt es sich?
Als Nasenschild oder Ausleger bezeichnet man eine Werbeanlage, die im rechten Winkel zur Fassade montiert wird und – wie eine Nase – aus der Hauswand herausragt. In der Regel ist sie doppelseitig gestaltet, sodass Logo und Name aus beiden Laufrichtungen lesbar sind. Typische Einsatzorte sind Cafés, Restaurants, Apotheken, Friseursalons, Praxen, Kanzleien oder Fachgeschäfte in Innenstadtlagen.
Ein Ausleger ist besonders sinnvoll, wenn:
- die Straße schmal ist und Passanten kaum Abstand zur Fassade haben,
- viele Geschäfte nebeneinander liegen und flache Schilder in der Fassadenreihe untergehen,
- der Eingang zurückversetzt oder schwer zu finden ist,
- ein vorhandener Fassadenschriftzug um eine Sichtbarkeit aus der Laufrichtung ergänzt werden soll.
Ein Nasenschild ersetzt die Hauptwerbung an der Fassade selten, sondern ergänzt sie: Der Schriftzug über dem Eingang schafft Präsenz und Wiedererkennung, der Ausleger holt die Menschen ab, die bereits auf dem Gehweg unterwegs sind.
Bauformen im Überblick
- Leuchtkasten als Ausleger: rechteckig, rund oder in Logoform, mit hinterleuchteter Front und LED-Technik im Inneren. Bei Dunkelheit und im Winterhalbjahr die sichtbarste Lösung.
- Unbeleuchteter Ausleger: zum Beispiel ein Schild aus Aluminium-Verbundplatte (Dibond) an einem Wandarm – eine schlichte, wirtschaftliche Variante, wenn das Geschäft vor allem tagsüber geöffnet hat.
- Ausleger mit plastischen Elementen: erhabene Logos oder Buchstaben auf der Front sorgen für Tiefe und eine hochwertige Wirkung.
Welche Variante passt, hängt von Ihren Öffnungszeiten, dem Umfeld, dem Corporate Design und nicht zuletzt den örtlichen Vorgaben ab.
Aus der Praxis: Leuchtkästen aus eigener Produktion
Seit 2012 fertigen wir in Nürnberg LED-Leuchtkästen, 3D-Buchstaben und Lichtwerbung in eigener Produktion. Was einen guten Ausleger ausmacht – gleichmäßige Ausleuchtung, ein robustes Gehäuse und eine klare, auf Fernwirkung ausgelegte Gestaltung – gilt genauso für jeden Leuchtkasten an der Fassade.
Ob Ihr Motiv als doppelseitiges Nasenschild umsetzbar ist und welche Ausführung sinnvoll ist, besprechen wir gern im Rahmen Ihrer Anfrage.
Genehmigung: Ausleger ragen oft in den öffentlichen Raum
Werbeanlagen unterliegen dem Bauordnungsrecht; ob im Einzelfall eine Baugenehmigung nötig ist, hängt unter anderem von Größe, Lage und örtlichen Satzungen ab. Einen Überblick für Bayern finden Sie in unserem Beitrag Leuchtreklame genehmigen in Bayern & Nürnberg.
Bei Auslegern kommt ein weiterer Punkt hinzu: Ragt das Schild über einen Gehweg oder eine Straße, wird öffentlicher Verkehrsraum in Anspruch genommen. Dafür verlangen viele Städte und Gemeinden zusätzlich eine Sondernutzungserlaubnis, die häufig gebührenpflichtig ist. Kommunale Satzungen und Gestaltungsrichtlinien regeln außerdem oft:
- die maximale Ausladung, also wie weit das Schild von der Wand abstehen darf,
- die lichte Durchgangshöhe zwischen Gehweg und Unterkante der Anlage,
- den Abstand zur Fahrbahn sowie Größe, Anzahl und Gestaltung von Werbeanlagen.
Die konkreten Werte unterscheiden sich von Ort zu Ort; in Altstädten und denkmalgeschützten Bereichen gelten oft strengere Vorgaben. Klären Sie diese Punkte deshalb vor der Bestellung mit Ihrer Stadt bzw. Gemeinde. Auch die Zustimmung des Eigentümers oder Vermieters sollten Sie frühzeitig einholen.
Technik: Befestigung, Licht und Gestaltung
Befestigung: Ein Ausleger wirkt wie ein Hebel – Eigengewicht und Windlast greifen mit Abstand zur Wand an. Wandhalterung und Befestigungsmittel müssen deshalb zum Untergrund passen. Besonders bei gedämmten Fassaden (Wärmedämmverbundsystem) sind geeignete Montagelösungen erforderlich; lassen Sie den Wandaufbau im Zweifel fachkundig prüfen.
Beleuchtung: Moderne LED-Technik ist energiesparend und langlebig. Planen Sie Kabelweg und Netzteil von Anfang an mit; der elektrische Anschluss gehört in die Hände einer Elektrofachkraft. Eine Zeitschaltuhr oder ein Dämmerungsschalter sorgt dafür, dass der Ausleger nur dann leuchtet, wenn es sinnvoll ist – und Nachbarn nicht unnötig gestört werden.
Gestaltung: Ein Nasenschild wird im Vorbeigehen und meist aus kurzer Distanz gelesen. Weniger ist hier mehr: Logo oder Symbol, dazu höchstens ein bis drei Wörter in kräftigem Kontrast. Wie Schriftgröße und Leseabstand zusammenhängen, erklären wir im Beitrag Sichtweite und Lesbarkeit.
Fazit
Ein Nasenschild macht Ihr Geschäft genau für die Menschen sichtbar, die ohnehin vor Ihrer Tür entlanglaufen – und ergänzt die Werbung an der Fassade ideal. Damit die Anlage dauerhaft Freude macht, sollten Genehmigung und Sondernutzung, eine tragfähige Befestigung und eine klare, kontrastreiche Gestaltung von Anfang an zusammen geplant werden.
Sie planen ein Nasenschild oder einen Leuchtkasten?
Senden Sie uns Fotos Ihrer Fassade, die gewünschten Maße und Ihr Logo – wir beraten Sie zu Ausführung und Gestaltung. Erreichbar sind wir Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr; der Versand erfolgt in der Regel innerhalb von 8–12 Werktagen.